In einer Übergangszeit gibt es immer mehr Verunsicherung als Sicherheit und weniger Stabilität als viele von uns sich insgeheim wünschen. Obwohl viele sich ihrer spirituellen Dimension bewusst sind und es hoffentlich immer mehr werden, so ist doch ein Teil in uns immer einfach nur Mensch und wird vermutlich auch durch Urtriebe angetrieben, Sicherheit und Stabilität über alles zu schätzen.
Dass wir davon aktuell und in den nächsten Jahren immer weniger haben werden, sollte uns aber auch erfreuen, sollte uns hoffnungsvoll nach vorne blicken lassen, denn ohne Wandel kein Wachstum. Und wenn ich von Wachstum spreche, so meine ich einzig und allein das Wachstum des Bewusstseins. Und genau in diesen Phasen und mit diesem Ziel im Auge, kommt mir die astrologische Klarheit, das Aufzeigen der universellen Gesetze, immer wieder zu Hilfe. Wie hinfällig und vergänglich menschliche Gesetze sind, bekommen wir vermutlich deutlicher vor Augen geführt als dies je zuvor der Fall war. Das ohnehin schon lange bröckelnde Völkerrecht muss mittlerweile seine schwindende Bedeutung hinnehmen und, auch das lehren die kosmischen Gesetzmäßigkeiten: das ist ein unvermeidbarer Schritt auf dem Weg in eine neue Weltenordnung. „Everything is a negogiation of power“ sagt Carolin Myss immer wieder und auch, dass die Menschen der kommenden Jahrzehnte diese jetzige Phase in den Geschichtsbüchern als unglaublich interessant und spannend beurteilen werden. Sie geht sogar so weit zu sagen, dass wir uns privilegiert schätzen dürfen, in solch einer Zeit zu leben. Und sie meint das nicht zynisch. Als eine spirituelle Lehrerin und Mystikerin sieht man ihr dann aber auch doch wieder die eigene Betroffenheit an. Dennoch: sie bringt die Dinge auf den Punkt, finde ich.
Am Alten festzuhalten scheint immer weniger möglich und auch immer weniger richtig zu sein angesichts der Abgründe, die sich vor unser aller Augen auftun in Bezug auf Machtausübung und Machtmissbrauch durch wenige, meist sehr wohlhabende Menschen verschiedener Nationen. Und die Ohnmacht, die sich dabei auf uns herabsenkt, fühlt sich oft wirklich erdrückend an.
Was die Astrologie Indiens in diesen Phasen sehr gut leisten kann ist, uns neben den eindeutigen astrologischen Faktoren auch immer wieder die Existenz und Sinnhaftigkeit großer Zyklen zu zeigen. Im Kleinen sehen wir diese Zyklen in jedem Menschenleben wirken, vor allem ausgedrückt durch den immer wieder verblüffend korrekten Vimsottari Dasazyklus. Zu wissen, welche Themen wann angestoßen werden, ist dabei auch auf einer praktischen Ebene oftmals sehr hilfreich. Wenn ich beispielsweise weiß, dass ich eine gesundheitliche Krise zu bewältigen haben werde, dann konzentriere ich mich mit allen meinen mir zu Verfügung stehenden Möglichkeiten auf die Verbesserung und Stärkung meiner Gesundheit und suche mir nicht genau zu diesem Zeitpunkt eine große neue berufliche Herausforderung. Das mache ich dann lieber ein paar Jahre später, wenn genau diese Thematik aktiviert wird.
Ich glaube, wir sind gut beraten, mit der aktuell herrschenden Weltsituation ähnlich umzugehen. Zu spekulieren, was sich genau wie entwickeln wird und darauf viel Energie und Zeit und verwenden, ist wenig zielführend. Die Optionen sind zu vielfältig und unsere Vorstellungskraft zu begrenzt. Aus astrologischer Sicht wussten wir, dass vor allem der Februar, aber auch teilweise die nachfolgenden Monate von 2026 viel Sprengkraft in sich tragen, was sich ja auch sehr eindeutig in Zusammenhang mit der Eklipse vom 17. Februar und dem Transit von Mars am 28. Februar* über den Eklipsenpunkt mit dem Beginn eines großen kriegerischen Konflikts im nahen Osten abgleichen lässt. Dass dies genau in dem Zeitraum geschah, in dem auch die für soziale Umbrüche bekannte Saturn-Neptun Konjunktion* stattfand, macht die Dimension dieser Kriegsaktivitäten noch größer. Als hätte das nicht genügt, so mischt auch Uranus mit, der aus dem Stier heraus ein spannungsgeladenes Quadrat (90 Grad Winkel) mit Mars auf dem Eklipsenpunkt bildete.
Wir haben hier eine Situation des Bildes im Bild: Das kleine Bild zeigt die Aktivierung von kriegerischen Energien auf vielfältigere Weise als ich das hier in Kürze darstellen kann. Dass Uranus, einer der Transsaturnier oder, wie ich sie verwende, einer der kollektiven Planeten mitmischt, macht dieses Geschehen wesentlich unberechenbarer und feuert es an. Und da Uranus der Planet für neue Technologien und zukünftige Entwicklungen ist, haben wir zum ersten Mal die Situation, dass künstliche Intelligenz im Kampf eingesetzt wird und möglicherweise die getroffenen Entscheidungen beeinflusst oder gar selbst übernimmt. Ich sehe dies als eine neue Stufe der Eskalation in Bezug auf Kriegsführung an. Mit anderen Worten: wir haben gerade die Besen des Zauberlehrlings losgeschickt ohne zu wissen, wie wir sie jemals wieder bremsen können.
Wäre dieses Geschehen nicht eingebunden in das größere Bild der Saturn-Neptun Konjunktion, wäre ich vermutlich mehr beunruhigt. Das bin ich aber nicht wirklich. Denn Neptun steht für Transzendenz, für das Wissen vom All-Eins-Sein. Im Zusammentreffen mit Saturn, dem Hüter der Grenzen, möchte Neptun genau diese Grenzen erweitern helfen. Zusammen haben diese beiden Planeten bereits einige Grenzen eingerissen und neue gesellschaftliche und soziale Entwicklungen eingeleitet, die sich vorher niemaln wirklich hätte vorstellen oder erträumen können. Vielleicht kommen wir an einen ähnlichen Punkt wie damals im kalten Krieg, als wir uns als Menschheit entscheiden mussten, uns entweder alle gegenseitig mit Atombomben in die Luft zu jagen oder zur Vernunft zu kommen und Abmachungen zu treffen, die unser aller Leben und Überleben sichern. Bleibt nur zu hoffen, dass wir bald und dann hoffentlich wieder um einiges reifer als Ende der 80er Jahre, an diesem Punkt ankommen werden.
Diese Vision möchte ich gerne in mir nähren und sie weiter ausdehnen auf eine Welt mit mehr Gerechtigkeit, mehr Toleranz und Respekt, mehr Liebe, Wahrheit und Schönheit. Sie scheint mir die besten Gesundheitsvorsorge zu sein, die es indivduell und kollektiv geben kann.
*Über die Konstellationen im Februar und auch die Satur-Neptun Konjunktion habe ich in vorherigen Beiträgen einiges veröffentlicht.



