Der astrologische Februar

Der 2. Monat des neuen Jahres hat es in sich aus astrologischer Sicht, doch wie fast immer in der Astrologie muss ich etwas ausholen und den Januar ins Spiel bringen. Im Januar hatten wir eine enorme Planetenballung im Steinbock: am 19. Januar waren dort insgesamt 6 Planeten versammelt: Mars, Merkur, Sonne, Mond, Venus und Pluto, alle zwischen 2 und 9 Grad. Anschließend sind dann 5 dieser Planeten über Pluto hinweggezogen. Mars beendete die Besucherkette bei Pluto am 28. Januar. Kein Wunder also, dass der Weltwirtschaftsgipfel in Davos vom 19. bis zum 23. Januar vielen über Jahre in Erinnerung bleiben wird. Am 19. war Neumond inmitten dieser Planetenballung, die die beiden Macht- und Transformationsplaneten Mars und Pluto einschlossen. Am 20. war dann Venus in Konjunktion mit Pluto, was die diplomatischen Tendenzen erschütterte, am 22. die Sonne mit all ihren Egothemen und am 22. schließlich Merkur, der die Sprache regiert und dem seine neutral Distanziertheit verloren gegangen ist. Die Spannung war enorm und jede/r musste mit allem rechnen.

Das war der Vorspann für die Konstellationen im Februar, wenn wir die exakte Saturn-Neptun Konjunktion am 20. erwarten. Diese Konjunktion ist im Grunde genommen schon seit Juni letzten Jahres teilweise aktiviert, weil sich da der Planet für Transzendenz Neptun und der Hüter der Traditionen Saturn sich bereits auf 1 Grad angenähert hatten. Dieses Thema habe ich in folgendem Beitrag schon einmal besprochen: https://astrovedic-akademie.de/saturn-neptun-im-august-2025-und-februar-2026/

Dass diese Konjunktion in den  vergangenen Jahrzehnten immer in Synchronizität mit großen Umbrüchen sozialer oder politischer Natur stattfand, sei hier nur am Rande noch einmal bemerkt. In diesem Jahr ist das Besondere, dass sie mitten in die „Eklipsensaison“ fällt, was erfahrungsgemäß zu einer wechselseitigen Intensivierung beider Phänomene führt. Die erste Findernis dieses Jahres, eine Sonnenfinsternis, findet bereits am 17. Februar in 4.36 Wassermann statt. Zu diesem Zeitpunkt wird Venus nahe bei Rahu, dem nördlichen Mondknoten, stehen und in die Eklipse eingebunden werden. Sobald Venus geschwächt, rückläufig oder zusammen mit einem Übeltäter steht, geraten ihre friedlichen und ausgleichenden Wirkungen unter Druck, was sich negativ auf alle zwischenmenschlichen Beziehungen auswirkt. Wir haben es also mit einer Finsternis zu tun, die sich im Wassermannzeichen, regiert von Saturn und im vom Mars regierten Nakshatra Dhanistha abspielt zusammen mit einer angeschlagenen, unausgeglichenen Venus. Die hier aufgebaute gegensätzliche, aufgewühlte Energie wird dann durch die nahende Saturn-Neptun Konjunktion intensiviert. Ich stelle mir bei dieser Mischung festgefahrene, spannungsgeladene Situationen oder Energien vor, die durch ein kleines Fünkchen zur Eskalation gebracht werden könnten. Ob und wann dieses Fünkchen kommt, läßt sich schwer sagen, das muss nicht unbedingt innerhalb einiger Tage davor oder danach stattfinden. Es handelt sich vielmehr um einen Prozess, der bereits am Schwelen ist und bei bestimmt auch schon einige Flämmchen zu sehen waren auf den großen Bühnen dieser Welt. Ich möchte nicht unbedingt alle Ereignisse aufzählen, die ich mit diesem Prozess in Verbindung bringe, sondern stellvertretend nur folgende nennen: Ukrainekrieg, Grönland, Epstein-Files, Todesopfer durch ICE in den USA.

Sehen wir diese Tage und Wochen jedoch aus einer persönlichen Perspektive, dann müssen wir während der Eklipsen immer darauf achten, auf welche Achse sie in unserem Horoskop fallen und ob sich dort Planeten befinden. Die Eklipsen entstehen ja immer dann, wenn sich Voll- oder Neumond nahe bei Rahu und/oder Ketu abspielen, was im Abstand von 6 Monaten 2 mal jährlich geschieht. Die meisten Eklipsen sind für die meisten von uns wenig spektakulär undes gibt keinen Grund, vor jeder einzelnen Finsternis in Angst zu verfallen. Wir sollten uns eher fragen, was die Transite der Mondknoten über eine bestimmte Häuserachse für uns an Aufforderungen bereit halten: Dort wo Rahu steht kommen Veränderung auf uns zu, oftmals eher plötzlich und unerwartet und wir werden aufgefordert, uns den neuen Themen und Erfahrungen zu öffnen und sie in unser Leben zu lassen. Sie stehen in Zusammenhang mit karmisch relevanten Lernaufgaben, die wir neugierig und offen wahrnehmen sollten. Dort wo Ketu steht, erliegen wir teilweise nochmal einem Irrtum oder einer Täuschung, dort kann etwas zum Abschluss gebracht werden und sollte losgelassen werden. Überhaupt finde ich das Loslassen oder das Sich-locker-machen sehr sinnvoll in Zusammenhang mit den Mondknoten. Aktuell zieht Ketu durch das Löwezeichen und Rahu durch den Wassermann.

Wer nun Planeten in einem dieser beiden Zeichen hat, für diese Menschen könnten die Eklipsen mit intensiveren Erfahrungen einhergehen. Vor allem, wenn die Planeten sich zwischen 4 und 5 Grad Wassermann oder 18 und 19 Grad Löwe befinden. Dann trifft entweder die Sonnenfinsternis vom Februar oder die Mondfinsternis vom März auf diese persönlichen Planeten. Meiner Erfahrung nach wirken sich die Eklipsen auch immer auf der gegenüberliegenden Seite aus, also auch auch 4-5 Löwe und 18 oder 19 Wassermann. Eklipsen tragen die karmisch wirksame Signatur von Rahu und Ketu in sich und bringen oftmals, wie bereits erwaähnt, plötzliche Veränderungen ins Leben oder bringen etwas ans Licht, was man schon eine Weile ahnte oder spürte und was dann offensichtlich wird. Und nun kommt ein ganz wichtiger Satz: Dabei kann es sich um sehr positive, aber auch um sehr schmerzhafte Themen handeln. Welcher Natur die zu erwartenden Offenbarungen oder Veränderungen sein werden, muss immer im Kontext des gesamten Horoskops ausgewertet werden. Hat jemand eine gute Auslösungsphase und stehen die Eklipsen in eher positiveren Häusern, dann können die Ergebnisse sehr wünschenswert sein, sie können Glück und Erfolg in vielen Bereichen anzeigen. Steht jemand aber aktuell unter dem Druck einer herausfordernden Phase, dann können die Eklipsen auch traurige, enttäuschende Ergebnisse mit sich bringen.

Nur wenige Eklipsen werden in unserem Leben diese starken Wirkungen zeigen, das sei hier noch einmal gesagt. Und jede Veränderung oder Neuerung, jeder Abschluss und jeder Neuanfang, auch der unfreiwillige, bietet eine Chance. „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns schützt und der uns hilft zu leben.“ Hermann Hesse aus dem Gedicht „Stufen“